Um was gehts beim monatlichen Beetklub-Abend?
Wir treffen uns!!! Tatsächlich!
Die Bestimmungen lassen Versammlungen mit Corona-Sicherheitsvorkehrungen (Maske bis zum Sitzplatz, Abstand, Nachverfolgungsliste) zu. Also treffen wir uns ab jetzt wieder. Jeden ersten Freitag im Monat ab 19:00 Uhr im Garten der Alten Schule,  Schulstraße 7 in 29690 Lindwedel.
Nachfolgend gibt es eine Auswahl unserer abendlichen Schwerpunktthemen. Dann reden wir  z.B. über Tätigkeiten die saisonal im Garten anstehen. Eigene Ernteverkostungen, Pflanzen und Pflanzensamen-Tausch. Akute Pflanzen-Probleme. Tolle Bücher und Zeitschriften rund um das Thema Garten zum Austausch und zum Kennenlernen. Und besondere Sorten, die uns begeistern. Aktuelle Themen folgen auf dieser Website. 
Wir freuen uns über spontanen Besuch.
------------------------------------------------------------------------------------

marisa-morton@unsplash.com

--- 06. 08. 2021 --- 
    Küche & Garten – die gelungene Kombination
Unser letztes Treffen beendeten wir mit einem kleinen Spaziergang in bestimmt dem imposantesten Nutzgarten Lindwedels mit einer atemberaubenden Aussicht und besonderen selbstgemachten Verkostungen. Grund genug uns einmal mehr mit unserer Ernährung auseinander zu setzen. 
Wo es heuzutage üblich ist Lebensmittel vom Discounter oder Markt zu holen, haben wir fast vergessen, dass der Ursprung des sesshaften Urzeit-Menschen die Entdeckung des Ackerbaus war. Garten und Küche ist von jeher eine der frischesten, glücklichsten Kombinationen im Sinne einer guten Ernährung. Haben Sie sich schon mal gefragt, wie alt eigentlich Ihre Lebensmittel sind, die sie grade verzehren? Welche Wege und Lagerungen sie hinter sich haben? Welch Glück, wenn Salat, Tomate, Broccoli direkt erntereif im Garten greifbar sind und unmittelbar auf den Teller landen können. Urbane Konzepte dieser Art von Restaurants direkt neben einem Erzeugungsgarten laufen megaerfolgreich – mehr Regionalität und Frische geht nicht.
Was kommt uns da wirklich auf den Tisch? Wir besprechen natürliche Schadstoffe in verschiedenen Gemüsesorten und wie sie mit entsprechender Zubereitung ausgeschlossen werden können. 
Alle sind aufgefordert, die besten Rezepte für Gemüse-Schwemmen und sinnvoller Lagerung auszutauschen. Meist reicht dazu ein mit Sand gefüllter Maurerkübel, der Wurzelgemüse geschichtet beherbergt und mit etwas Laub abgedeckt in die Erde gelassen wird und dort im Winter die Frischversorgung sichert. 
Welche einfachen Zubereitungstricks die wertvollen Nährstoffe um ein vielfaches steigern können, finden wir im Buch von James Wong: How to eat better – Wie Sie mit richtigem Einkauf, Lagerung & Zubereitung jedes Lebensmittel noch gesünder machen. So erhöht sich der Anteil an krebsbekämpfenden Stoffen im Broccoli um 300%, wenn er zusammen mit einem Löffel Senf gekocht wird. Oder im Dunkeln gezogene Champignons erhalten durch 2 Stunden Lichttherapie auf der Fensterbank vorm Verzehr 100 mal so viel Vitamin D2 sowie die Erkenntnis, dass die dunkleren Gemüsesorten einer Art meist höhere gesunde Nährstoffe enthalten, wie bei Zwiebeln (z.B. rot, gelb weiß), Beeren, Möhren, große Pilze, Paprika, Süßkartoffeln, Kohl uvm.
Und alle, die es bisher noch nicht geschafft haben, den Beetklub zu besuchen, aber es immer noch vorhaben, können sich jetzt schon an einem kleinen internen, verrückten Wettbewerb im nächsten Jahr beteiligen: "Pflanze einen Slip!" Am 24. 7. 2021 ist Vollmond. (Wenn schon verrückt, dann richtig.) Dann werden wir alle eine baumwollene, möglichst weiße Unterhose in unseren Nutzgartenbereich (Kompost gilt nicht) in ca. 10-15 cm Tiefe pflanzen. Am 5. August 2022 graben wir diese wieder aus und vergleichen sie auf unserem Beetklub-Abend. Die jeweils bestzerstörte Unterhose und die am besten erhaltene Unterhose gewinnen einen Preis (hochwertige Staude oder Gutschein dafür). Jede bekommen damit einen Überblick, wie aktiv unser Bodenleben wirklich ist und falls es sehr aktiv ist: wenigstens das Schlüpfergummi bleibt als Nachweis erhalten. Ein Grund die ollen Schiesser des Gatten einmal sinnvoll zu verwerten...
------------------------------------------------------------------------------------

amelia-bartlett@unsplash.com

--- 02. 07. 2021 --- 
    Wo die wilden Unkräuter wohnen
Jetzt treffen wir uns wieder. Nachdem unser letztes Treffen superspontan einberufen wurde, geht es nun wieder etwas regulärer zu am ersten Freitag im Monat draußen im Vorgarten der Alten Schule, Schulstraße 7 in Lindwedel. Natürlich mitsamt Corona-Hygiene-Konzept: das heißt Maske bis zum Platz, Abstand, Kontaktdatenliste und Frischluft.  
Wir waren so happy uns alle wieder zu sehen und von unseren Gartenereignissen zu berichten. So scheint die Schafwolle den Tomaten als Dünger wahre Wachstumsschübe zu bescheren und das gärtnern in positiven Mondphasen scheint Rekordernten zu versprechen. Vom Sonntag mittag, den 13.06. bis Dienstag, den 15.06. mittag gibt es wieder so eine ungewöhnlich förderliche Phase für Aussaaten und Pflanzenpflege – vornehmlich für Blattwuchs Salate; Gräser, Kräuter, Schnittlauch o.ä.) oder vormittags am 12.07. 2021.
Sofern das Wetter schön ist, machen wir einen kurzen "Wanderausflug" in einen Garten gleich gegenüber der Alten Schule und schauen uns die Rekordernten mit den legendären riesigen Kohlköpfen und üppigen Gemüse live an.
Die regelmäßigen Regenfälle und der Sonnenschein im Mai taten den Pflanzen gut. Auch die Erdbeeren versprechen saftige Rekordernten, aber auch Unkräuter machten sich breit. Da hilft meist nur mulchen und hacken. Eine der besten Hand-Hacken schauen wir uns live an. Marktpreis für vergleichbare Hacken ca. 45-70,– € im Web. Nur in Bamberg im kleinen Gärtner- und Häckermuseum werden noch die genialen handgeschmiedeten Handhacken für ein Drittel des Preises angeboten. Mit denen kann zwar auch Käse geschnitten werden, aber eigentlich sind sie gemacht, um in den harten Weinbergböden zu jäten. Wer damit jemals gejätet hat, will nichts anderes mehr.
Dann werfen wir einen Blick ins Buch "Wird das was – oder kann das weg?". Hier werden viele der Unkräuter bereits im Jungstadium vorgestellt und analysiert, ob sie nicht doch einen Wert für den Garten haben. Wer weitere Bücher zu Unkräutern hat oder direkt ein fragliches neues Kraut: bitte mitbringen! 
Außerdem beschäftigen wir uns kurz mit Neophyten. Die neuen wilden Pflanzen, die "eingewandert" sind und sich hier oder wo anders gut vermehrt haben – vom Bärenklau, Jacobskreuzkraut bis zum Wandelröschen. Ab dem 14. Juni 2021 startet in zahlreichen deutschen Botanischen Gärten (auch im Herrenhäuser Berggarten) die Botanische Woche zum Thema "Neue Wilde – Globalisierung in der Pflanzenwelt". Den reich bebilderten, informativen 84-seitigen Ausstellungskatalog – wild gestaltet in Lindwedel – bekommt jede "Beetschwester" exklusiv geschenkt, die mag.  Zum Thema gibt es derzeit auch grad einen passenden Film auf arte.
------------------------------------------------------------------------------------
--- 04. 06. 2021 --- 
    Beetklub, wir treffen uns!
Jay! Die Corona-Erlasse erlauben seit dem 31. Mai offizielle Sitzungen und Zusammenkünfte mit bis zu 100 Personen mit entsprechenden Corona-Vorkehrungen. Das soll für uns wohl reichen. ;-) Und das bekommen wir hin! Mit Masken bis zum Platz (dürfen während des Gesprächs abgenommen werden), Abstand, Anwesenheits-Nachverfolgungsliste und dem ein oder anderen Desinfektionsmittel-Spritzer. 
Bitte mitbringen: Maske, eigener Stift, zwei Euro für die alte Schule, ggf. Papier und eigene Getränkeversorgung. Oder wer noch überzählige Jungpflanzen hat, bringt diese auch mit. Wir treffen uns an der alten Schule draußen im Vorgarten um 19:00 Uhr. (18:40 Uhr für diejenigen, die beim Aufbau helfen wollen).
Themen werden sich aufgrund der vielen Monate mit besonderen Wetterlagen von selbst ergeben. Viele haben online viel Neues erfahren. Gerne rollen wir noch einmal das Schneckenthema auf, denn die feuchte Witterung im Mai war nicht nur erfreulich für das Pflanzenwachstum, sondern auch für die gefräßigen Nacktschnecken. 
Ein paar aktuelle Fotos vom Berggarten werden zu sehen sein und das ein oder andere neue Gartenbuch. 
Unter dem Menupunkt Veranstaltungen sind derzeit ganz brandaktuelle Hinweise von außen eingeflossen.
Artes Mediathek zeigt Magischen Gärten. Dort werden verschiedene Parks und Gärten der Welt vorgestellt. So beispielsweise der Hermannshof in Weinheim, der immer einen Besuch wert ist und ganz besonders eindrückliche Stimmungen und inspirative Staudenkombinationen zeigt. Weiterhin gibt es kurze schön gemachte Clips über verschiedene Heilkräuter. Faszinierende Dokumentationen über die Überlebensstrategien von Pflanzen. Und zu guter letzt ein Beitrag über Reisewege von eingewanderten Pflanzen und ihrer explosionsartigen Verbreitung in Europa. Die bekanntesten davon: Japanischer Staudenknöterich, Jacobs-Kreuzkraut, Riesen-Bärenklau oder Ambrosia, die in unseren Breiten Schäden in Millionenhöhe verursachen. Gleichwohl anderswo: Gewächse, die bei uns ein stilles Leben führen, können in anderen Landstrichen verheerende Ausmaße annehmen. Wie z.B. das Wandelröschen – bei uns ein niedlicher Gesell – bildet in Mittel- bis Südamerika undurchdringliche dornenbesetzte riesige Heckenfelder. Wer mehr über diese Globalisierungspflanzen erfahren will, findet ab dem 14. Juni 2021 eine Sonderausstellung zu dem Thema namens "Neue Wilde" in fast allen Botanischen Gärten von Deutschland – auch in Herrenhausens Berggarten. Daneben läuft vom 1. Juni bis 3. Oktober noch die Duftsafari der Pelargonien im Berggarten. Von Rosenduft über Cola bis Zimt ist alles an den Duftpelargonienblättern erschnupperbar. Übrigens sind die beiden Ausstellungen natürlich in Lindwedel gestaltet worden. Und wer genug hat von Wissen und Aufklärung schlendert einfach durch die schönen frühsommerlichen Pflanzungen. Der Garten ist täglich von 9:00Uhr geöffnet. 
Eine Erfahrung über missratene Pflanzenanzucht: Nichts in Pappe oder Papierbechern aussäen! Das mag zwar ökologisch und praktisch anmuten, aber nach zwei Wochen durchtränkter Pappe, bilden sich gern schädliche, stinkende Schimmelpilze am Boden, die deutlich das Pflänzchen im Wachstum hemmen. 
Wer noch Pflanzerde benötigt, kann sich diese auch torffrei selbst mixen. Hier gibt es ein Rezept dazu.
Im Beetklub hat sich Schafrohwolle als Garten-Dünger herumgesprochen. Diese gibt es sogar oft kostenlos bei Schäfereien, weil sich die Verarbeitung nicht lohnt. Pflanzen können direkt in die Wolle gepflanzt werden, weil sich die Nährstoffe durch den Abbauprozess der Wolle erst nach und nach lösen. Zudem hält Wolle die Feuchtigkeit besser als unser Lindwedler Sandboden. Das mögen besonders Tomaten, Paprika und alle Kaliumliebenden Pflanzen. Wir werden berichten.
Ein Geheim-Tipp für günstigen veganen Flüssig-Dünger ist etwas Melasse ins Gießwasser zu geben. Die macht sogar nachweislich die Früchte aromatischer. Die Melasse gibt es im Pferdefutterhandel und ist nicht so phosphor- und stickstofflastig, wie die fertigen Flüssigdünger, sondern belebt vornehmlich die bodenlebenden Bakterien und Pilze, wie den pflanzenversorgenden Mykorrhiza-Pilz. Der Zucker gibt den Pflanzen Energie und Widerstandsfähigkeit und versorgt außerdem mit Spurenelementen, Mikronährstoffen und Kalium. Meine Engelstrompete ist im letzten Jahr quasi explodiert nach etwas Melassedünger-Gaben. Allerdings nicht ratsam für Problemfälle mit Ameisen. 
Kommt gesund und stabil durch die Zeit! 
------------------------------------------------------------------------------------

Sanjoy Saha @ unsplash.com

--- 02. 10. 2020 --- 
    Die Schätze des Sommers sammeln
Der Herbst ist gekommen – die Sammelleidenschaft beginnt. Nicht nur beim Spaziergang durch die Natur finden wir kreative Dekorations-Anreize in Form von Beeren, Zweigen, Moos, Kastanien, Zapfen, Schoten, Nüssen oder Rinde, auch unser Garten stellt einiges zur Verfügung. Der Holunder ist erntereif für Marmeladen, Saft und Sirup. Die Dahlien überwältigen in ihrer vollen Vielfalt unsere Sinne, bevor ihre frostempfindlichen Knollen für die nächste Gartensaison eingelagert werden. 
Wir tauschen bei unserem Treffen am 2.10.2020 gesammelte Schätze in Form von Frucht- und Samenständen von Stauden, Sommerblüten, Tomaten, Gemüse oder Ziersträuchern – genauso wie den ein oder anderen Tipp zur Saatgut-Herstellung. Gute Erfolge mit der Selbstaussaat erzielen wir bei Akelei, Klatschmohn, Jungfer im Grünen, Frauenmantel, Sonnenblume, Fingerhut, Vergissmeinnicht, Vexiernelke und Königskerze. Abzuraten ist Saatgutsammeln von Nicht-Samenfesten-Sorten, den sogenannten F1-Hybriden.
Hier schon ein kleiner Tipp vorab, um die Keimfähigkeit von älterem Saatgut zu prüfen:  ein paar Samen in ein Glas Wasser streuen. Sinken die Samen zu Boden, ist die Keimfähigkeit noch gut.
Und wir werfen einen Blick in Fotos der Spätsommer-Berggarten-Pflanzungen 2020, vielleicht erwächst daraus die ein oder andere Kombinations-Inspiration für den nächsten Sommer.
Achtung: Wir beginnen diesmal ausnahmsweise bereits um 17:00 Uhr im Hirtenweg 15.
------------------------------------------------------------------------------------

Kdwk Leung @ unsplash.com

--- 04. 09. 2020 --- 
    Mit Tomaten auf den Augen
Wie oft haben wir Geschichten aus Heidis Garten gehört. In unserer Phantasie muss dort alles saftig und kräftig wachsen und wuchern. Rekordernten sind alltäglich. Es gibt keine Beetklubschwester, die nicht beschenkt worden ist mit kräftigen Pflanzen oder besonderen Tomatensamen aus Heidis Garten. Wie oft haben wir spezielle Rosensorten auf dem Tablet-Computer angeschaut, die Heidi mit Begeisterung ihr eigen nennt.
Das wollen wir nun alles mal live anschauen und verlagern deshalb unser reguläres Treffen in ihren Garten in Buchholz. Die Ernte von ’Trillie’ bis ’Spanische Olive’ von über 140 Tomatenpflanzen wartet darauf von uns angeschaut und verkostet zu werden. Vielleicht finden wir sogar welche der legendären Rosenblüten. 
Vor Ort werfen wir außerdem einen Blick in das Buch "Gärtnern für Erbsenzähler" von Alex Mitchell. In dem wir  einhundert unkomplizierte Ideen einen Garten mit kleinen Budget zu gestalten kennenlernen. 
Gäste sind gern gesehen und sollten sich vorher ausnahmsweise über Telefon oder Mail des Beetklubs ankündigen.
------------------------------------------------------------------------------------

Karin Wallner @ frauwallner.de

--- 07. 08. 2020 --- 
    Sommerstauden-Pflege, Hitze und ein Trick
Der erste Blütenflor ging zur Neige, aber manche Stauden sind willens ein zweites Mal im Sommer zu blühen. Um welche Stauden es sich dabei handelt, wie das geht und was remontierende Stauden sind, werden wir bei unserem nächsten Treffen erörtern. Eigene Erfahrungen und Tipps dazu sind gern gesehen. Viele Infos finden sich hier schön aufbereitet oder hier fachlich fundierter.
Wohin mit all den Zucchini und dicken Bohnen? Wir sammeln Ideen, Tipps und Rezepte. 
Aufgrund der derzeitigen Hitzeperiode fällt das gärtnern schwer und erschöpft sich meist nur in Wässern oder dem Anblick von Dahin-Gedorrtem. Ein wahrer Trost für extreme Wetter- und Bodenlagen ist dann ein Buch über Derek Jarmans Garten auf der britischen Halbinsel Dungeness. Einer kahlen, öden Kieswüste, an deren Ende außerdem noch ein Atomkraftwerk steht. Derek Jarman war Filmemacher und ihn faszinierte diese Ödnis. In Bearbeitung seines unheilbaren Krebsleidens zog er dort in ein winziges Haus und fing an einen besonderen Garten drumherum zu gestalten. Feuersteine, Muscheln, Treibholz, gefundene Gegenstände, die einheimischen Pflanzen sowie von Jarman eingeführte Pflanzen prägen einen ganz eigenen Charakter dieses Gartens. Weit weg von üblicher Blüten-Opulenz, aber mit einer ungesehenen schlichten Schönheit, künstlerischen Freiheit und Liebe im Detail. Das werden wir uns anschauen.
Widerstandsfähige, kräftige Tomaten, Kartoffeln oder Mais, schmackhaftere süßere Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel, Pfirsiche, Oliven, schärferer Knoblauch, oder Salbei – wer davon träumt sollte diesen ungewöhnlichen, durch Versuche belegten Trick ausprobieren: ca. 300 mg Salicylsäure (z.B. Aspirin, ASS, …) in 1 l Wasser auflösen und damit einmal im Jahr bis Monat die Pflanzen besprühen. Die Lösung täuscht einen Angriff vor und die Pflanze mobilisiert dagegen ihre Eigenabwehr indem sie widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten wird sowie  Trockenheit, Hitze und Kälte besser toleriert. Geschmack und Nährwert nehmen zu. (Paracetamol oder Ibuprofen wirken dabei übrigens nicht.) Dieser Tipp entspricht nicht dem offiziellen EU-Recht und ist quasi nur für wissenschaftliche Zwecke der oben genannten Pflanzen geeignet. 
------------------------------------------------------------------------------------
--- Treffen oder nicht? --- 
    Der Beetklub trifft sich am 3. Juli 2020
Sofern der Sommer einen trockenen Freitag-Abend verspricht, werden wir uns draußen vor der Alten Schule jetzt auch in Coronazeiten treffen. Mit Pullover und genügend Abstand werden wir ab 19:00 Uhr die gemeinsamen Gartengespräche wieder aufleben lassen. Wer Pflanzen tauschen möchte, oder etwas Interessantes entdeckt hat, bringt es einfach mit in die Runde.

Karin Wallner @ frauwallner.de

--- 06. 03. 2020 --- 
    Phänomenale Phänologie
Das neue Jahr beginnt im Beetklub mit Wissenschaft: Der Phänologie. Das Wort ist dem Griechischen entlehnt und bedeutet in wörtlicher Übersetzung „Lehre von den Erscheinungen“. Gemeint sind die periodischen Wachstums- und Entwicklungserscheinungen aller pflanzlichen und tierischen Lebewesen in ihren zeitlichen Abhängigkeiten. Denn die Natur hält sich nicht an starre Kalenderschemata und schon gar nicht an läppische 4 Jahreszeiten. Sie trumpft gleich mit 10 Jahreszeiten auf und definiert für jeden Zeitenwechsel festgelegte Ereignisse in der Natur. 
Wir stecken im Vorfrühling  sobald die Schneeglöchen voll aufgeblüht, ihre Staubgefäße zeigen oder die Hasel ihren Pollen versprüht. Damit ist der Winter definitiv aus phänologischer Sicht zu Ende. Bis zum "echten" Frühling haben wir noch ein bisschen Zeit. Die benötigen wir draußen auch, denn bevor sich die Vögel ihre Brutplätze suchen, müssen Hecken- und Obstbaumschnitt erfolgt sein. Während es drinnen schon mit Tomaten und Paprika-Aussaat hoch hergeht, wartet die Landwirtschaft am Ende dieser ersten Frühlingsphase auf den Blattaustrieb der Stachelbeere, die den Startschuss für Feldarbeit gibt. Es wird deutlich: Naturbeobachtung ist für Landwirtschaft und Gartenbau wichtig, um den richtigen Zeitpunkt für anstehende Arbeiten zu finden. Gärtner*innen wissen auch, die aufgedruckten Aussaat-Termine auf Saatpackungen sind damit relativ. 
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sucht stetig Menschen, die gewissenhaft ihre Beobachtungsstudien durchführen und sammelt alle Daten. Damit können regionale Pollenvorhersagen und Tipps für die Landwirtschaft oder dem Tourismus für Heideblüten-Ausflüge gegeben werden. Durch langjährige Aufzeichnungen wird auch klar, dass es zu Klimaverschiebungen kommt und das Frühjahr kontinuierlich früher einsetzt als Jahrzehnte zuvor. 
Wir werden uns im Beetklub die Zusammenhänge von Naturerscheinungen, Klima und anstehenden Gartenarbeiten anschauen. Für Ungeduldige oder Fern-von-Lindwedel-Lebende gibt es hier eine komprimierte Übersicht zum download.
Weiterhin werden wir uns überlegen, wann unser frühjährlicher Pflanzentauschmarkt stattfinden kann und welche besonderen Vorhaben und Wünsche für 2020 anstehen.
Auch wenn wir uns Beetklub nennen, so bleiben die Abende nach wie vor offen für Interessierte.

--------
Weitere Themen aus der Vergangenheit, die wir bereits beackert haben, finden Sie im Archiv.
------------------------------------------------------------------------------------
Back to Top